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Jürgen Muhl

 

 

Unverschuldeter Autounfall zerstört Gesundheit – AOK will erfolgversprechende Operation in Wien nicht bezahlen !

Der Samstag 26.Juli 1980 veränderte sich mein Leben . Vor einem Monat gerade den 19. Geburtstag gefeiert sollte nichts mehr sein wie es wahr.

Als ich. in Messinhausen einen langsam fahrenden Trecker überholen wollte, bog dieser ohne zu blinken links ab. M. konnte seinen Motorroller nicht mehr zum stehen bringen und erwachte mit einem komplizierten Oberschenkelbruch und Quetschungen des rechten Beines.

Die Behandlung der Unfallfolgen erfolgte im Städtischen Krankenhaus Maria Hilf in Brilon vom 26.Juli bis zum 12. November 1980, im Mai wurde die hierbei eingesetzte Metallschiene wieder entfernt.
Als sich der Zustand von . weiter verschlechterte erfolgte eine erneute Krankenhausbehandlung im Städtischen Krankenhaus Gütersloh vom 13.05.1981 bis zum 02.06.1981. und vom 27.07. bis zum 29.08.1981

Die mittlerweile diagnostizierte chronische Osteomyelitis versuchten die Mediziner mit Betaisadonnasalbe und Rotlichtbestrahlung zu heilen. Diese Therapie konnte M nicht überzeugen – insbesondere unter der Aussage von führenden Orthopäden, die eine Knochenmarksentzündung für die größte Herausforderung der orthopädischen Chirurgie halten.

  Nicht unerwähnt soll bleiben, das eine weitere Ausübung meines Berufes als Maschinenbauer mit dem kaputten Bein nicht mehr möglich war !

  Auf anraten meines Arztes Dr. Hotop suchte ich Hilfe im „Bergmannsheil“ in Bochum, wo eine filstelnde Osteomyelitis diagnostiziert wurde und das Bein operativ versorgt wurde.
Zu keinem Zeitpunkt erfolgte eine intensive psychologische Behandlung. Die Angst mein Bein zu verlieren, sowie die ständigen Schmerzzustände führten zu einem Abbruch der Umschulung zum Elektroniker und dem Verlust des Vertrauens in die Medizin.

Als es 1996 erneut zu Entzündungen des Knochens mit eitrigem Ausfluss durch eine neue Fistel kommt, beschließe mich nicht erneut mit einer autogenen Spongiosa operieren zu lassen.
Aus Kontakten mit anderen an Osteomyelitis Erkrankten habe ich gehört, das nach zwei oder drei Operationen die Amputation steht. Übrigens auch heute an jeder Ecke zu hören !

Zwischenzeitlich kommt es regelmäßig zu Knochenentzündungen mit Fistelbildung und eitrigem Ausfluss, die ich. ohne chirurgische Hilfe auskuriert.

Erst ein Bericht in der deutschen Ärztezeitung über eine neue Operationsmethode von Dr. Winkler in Wien lässt mich neue Hoffnung schöpfen. Schon am 06. Oktober 2006 ist Dr. Winkler zu einer ersten Untersuchung bereit, und hält die Heilungschancen für sehr groß, da es sich hier um einen großen Röhrenknochen handelt.

Der Haftpflichtversicherer des damaligen Unfallgegners – der Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster - verweist auf die gesetzliche Krankenversicherung, die einen Regressanspruch gegen die LVM hätte.
Sofort stellte ich. am 13.10.2006 einen Antrag bei der zuständigen AOK in Niedersachsen und verweist besonders auf die neue Operationsmethode mit allogener Spongiosa.

Die Zeit des Wartens begann und mein Zustand verschlechterte sich zusehends, bis Anfang November eine generalisierte Sepsis vorhanden ist. Der CRP Wert stieg auf 145.
Die hiermit konfrontierte AOK verwies auf den Dienstweg und empfahlt eine OP im Klinikum Bremen Mitte.

Eine telefonische Anfrage in der Klinik in Bremen sowie eine e-mail anfrage bei der Klinik blieben unbeantwortet. Dr. Winkler drängte angesichts des lebensbedrohlichen Zustandes auf eine schnelle OP.

Am 09.11.2005 kommt die endgültige schriftliche Ablehnung der Kostenübernahme durch die AOK Niedersachsen.
Ich. begab mich am 10. November 2006 in die Klinik nach Wien und wurde am 11. November 2005 in einer dreistündigen Operation erfolgreich behandelt.

Insbesondere unter diesem Gesichtspunkt – als auch der Tatsache das andere GKV Träger – wie die Techniker Krankenkasse München und selbst die AOK im Rahmen von Einzelfallentscheidungen – bereits die Kosten für diese Behandlungsmethode übernehmen, erscheint es Menschenverachtend, wenn die AOK Niedersachsen eine Behandlung verweigert, die einen nachhaltigen Heilungserfolg verspricht.

Ich mache gute Fortschritte, der CRP Wert liegt zur Zeit bei 1,4 und Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Niemand kann sagen ob ich heute nicht schon „6 feet under“ gelegen hätte oder auf einem Bein herumlaufen würde, wenn er auf die Behandlung „MADE IN GERMANY“ gewartet hätte.

Gerade kommt die Ablehnung des Widerspruches, und es bleibt jetzt nur noch auf einen engagierten Richter zu hoffen, der die Krankenkasse auf Ihre eigentliche Aufgabe – nämlich für den Erkrankten dazusein – hinweist.

Ich gebe jedenfalls die Hoffnung nicht auf, das doch noch die Menschlichkeit siegt.

Mir geht es heute nach einem halben Jahr Mai 2006 sehr gut und kann mein Bein voll belasten ohne Schwierigkeiten.

Kontakt: Siegfried Heinzeroth E-Mail siegfried@heinzeroth.net

 



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