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Endogene Osteomyelitis

Bei der endogenen Osteomyelitis, auch hämatogene Osteomyelitis genannt, werden die Keime von einem Infektionsherd außerhalb des Knochens, z.B. aus den Kieferhöhlen, über den Blutweg in das Knochenmark verschleppt und siedeln sich dort an.
Die endogene Knochenmarkentzündung tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen und nur vereinzelt bei Erwachsenen auf. Besonders gefürchtet ist sie bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr, da sie sich hier - auf Grund der speziellen Durchblutungsverhältnisse im Knochen - ungehindert auf benachbarte Gelenke ausbreiten kann.
Bei den endogenen Knochenmarkentzündungen sind akute und chronische Verlaufsformen zu unterscheiden. Darüber hinaus gibt es spezifische Formen wie den so genannten Brodie-Abszess, die tuberkulöse Osteomyelitis und den Morbus Paget .In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus.Im Kindesalter spielen daneben auch Strptekokken, Meningokokken, Pneumokokken und Escherichia coli eine entscheidende Rolle.
Die akute endogene Osteomyelitis beginnt vor allem im Säuglings- und Kindesalter als eine schwere Erkrankung des gesamten Körpers mit hohem Fieber bis 40°, Schüttelfrost und Mattigkeit. Der von der Entzündung betroffene Bereich ist meist stark gerötet, geschwollen und druckschmerzhaft.
Bei Erwachsenen sind die Allgemeinsymptome beim Vorliegen einer akuten Entzündung häufig nur gering ausgeprägt. Die Patienten klagen vor allem über Schmerzhaftigkeit und Funktionseinschränkung der betroffenen Extremität.
Bei chronischen Verläufen einer endogeneOsteomyelitis steht die Schmerzhaftigkeit der entzündeten Region im Vordergrund. Allgemeine Krankheitserscheinungen wie Fieber und Abgeschlagenheit treten häufig nur in abgeschwächter Form auf. So haben die Patienten meist normale oder nur leicht erhöhte Temperatur und fühlen sich nicht ernsthaft krank. Die von der Entzündung betroffene Extremität ist oft ein wenig überwärmt.
Eine Gefahr jeder akuten endogenen Osteomyelitis ist ihr Übergang in die chronische Form. Die Folge davon sind erhebliche Umbauprozesse im Knochen mit Knocheninfarkten, der Bildung von Restkörpern und einer reaktiven Osteosklerose (Bindegewebsbildung), die zu einem Verlust an Elastizität des Knochens und einem damit verbundenen erhöhten Risiko für Knochenbrüche führt. Chronische Entzündungen des Knochens widerstehen häufig der Behandlung und neigen immer wieder zum Aufflackern, zur Rezidivbildung
Diagnoseverfahren
Bei den Laborwerten finden sich Entzündungszeichen (Leukozytose, BSR und CRP erhöht); die Leukozytenzahl liegt allerdings selten über normal bei chronischer Osteomyelitis können sogar normal sein. Der CRP-Wert gilt als empfindlichster und zuverlässigster Laborwert zur Verlaufskontrolle bei der Behandlung. Ein normaler CRP-Wert schliesst jedoch einen Infekt nicht aus!
Bei der radiologischen Diagnostik stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Gewöhnliche Röntgenaufnahmen präsentieren sich im Frühstadium normal.
Als erste Hinweise auf eine Osteomyelitis sieht man nach ungefähr 2 Wochen eine Weichteilschwellung sowie eine subperiostale Reaktion. Später können Zeichen der Knochenlyse und -sklerose hinzutreten. Konventionelle Röntgenbilder dienen in erster Linie der Standortbestimmung und nützen bei der Verlaufskontrolle. Die Knochenszintigrafie ist eine hochempfindliche radiologische Methode, mit der bereits nach 1 bis 2 Tagen die Vermutungsdiagnose einer Osteomyelitis gestellt werden kann.
Die Computertomografie (CT) wird bei der gezielten Punktion eines infektiösen Herdes (z.B. bei Verdacht auf Spondylitis) eingesetzt. Zunehmende Bedeutung hat die Kernspintomografie (Magnetresonanzunterschung, MRT). Einerseits ist es die beste Methode, um die umgebenden Weichteile zu beurteilen; andererseits wird damit eine frühe Diagnose möglich, weil die Infektion im Knochenmark dargestellt wird.
Hauptpfeiler der Diagnose und Therapie einer Osteomyelitis ist die Knochenbiopsie, um den Erreger zu bestimmen und ein Antibiogramm anzufertigen. Das Biopsiematerial sollte man neben der mikrobiologischen auch einer histopathologischen Untersuchung zuführen.
Zum einen gelingt zuweilen nur damit die Infektdiagnose; zum anderen können andere Knochenerkrankungen ausgeschlossen werden, die differentialdiagnostisch in Frage kommen könnten (z.B. Tumoren). Ob man routinemässig Blutkulturen anlegen soll, wie zum Teil empfohlen wird, ist unklar. In jedem Fall ungenügend sind bakteriologische Diagnosen, die sich auf Abstriche stützen, die man zum Beispiel aus Fisteln gemacht hat.
Früher ist Osteomyelitis sogar in schweren Fällen tödlich verlaufen. Heute gibt es hochwertige Antibiotikas die dies verhindern .

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