Krankengeschichte Leila Z. Heidelberg
Hallo ihr Lieben,
hier kommen meine Erfahrungen.
Ich hatte mit 13 Krebs, bekam mit 17 meine erste Künstliche Hüfte, hatte seitdem drei Pfannenwechsel weil die Pfannen, Schrauben oder der Knochen einfach nicht hielten. Mein Becken war durch eine Bestrahlung und den Tumor der dort saß ziemlich beschädigt.
Im November 2002 war es mal wieder so weit. Die Schrauben meiner TEP-Pfanne brachen und ich musste mir eine neue einsetzen lassen.
Ich schätze mal dass ich mir bei der OP einen Krankenhauskeim eingefangen habe. Beweisen kann man das ja nie...
Damit gings los. Kurz nach der OP wurde die Narbe am Oberschenkel rot, dick und heiß. Mein CRP ging hoch und ich fühlte mich nicht grade gut.
Meine Ärzte haben mich dann im Mai operiert. Es wurde eine Vacusealdrainage mit Spülung angelegt die drei Tage später entfernt wurde. Ich musste drei Monate ein Antibiotikum nehmen. Dadurch hatte ich Ruhe bis März 2004. Dann bekam ich eine Fistel am Becken. Mein CRP schwankte seit dem zwischen 20 und 50 herum. Fieber hatte ich nie.
Eine Therapie wurde nicht angeboten. Die einzigste Möglichkeit die meine Ärzte sahen war eine Hemipelvektomie (Amputation des linken Beckens!). Dadurch hätte ich auch mein Bein verloren.
Ich wollte das nicht und erkundigte mich bei zwei weiteren Kliniken in Hamburg und Frankfurt, die auf Septische TEPs speziallisiert sind nach einer weiteren Möglichkeit. Diese gab es nicht. Sie bestätigten die Aussage meiner Ärzte.
So, das hieß dann für mich, alle 6 Wochen in die Klinik zur Blutkontrolle, ab und zu ein Röntgenbild und ansonsten keinerlei Therapieoption!
Mir wurde gesagt, mit so was könne man gut leben und sogar arbeiten. Was aber passieren kann (außer einer Sepsis) und wie ich mit der seelischen Belastung umgehen kann, hat mir keiner gesagt.
Ich lebte über zweieinhalb Jahre mit der Angst der Amputation.
In dieser Zeit musste ich ca. alle 2-3 Stunden den Verband wechseln, was nicht unbedingt toll war. Ich hatte teilweise sehr starke Schmerzen, konnte kaum sitzen, geschweige den Arbeiten. An Krücken ging ich ja schon seit 2002 wieder.
Ich habe EM-Rente beantragt und bekommen. Zum Glück, denn ein geregeltes Arbeitsleben war und ist noch immer nicht möglich.
In der ganzen Zeit habe ich aktiv nach Hilfe gesucht. Ich wusste ja erst gar nichts von einer Osteomyelitis. In keinem Bericht war dieses Wort erwähnt. Erst als ich es auf einer Überweisung meiner Hausärztin las hatte ich einen Anhaltspunkt für meine Suche.
Ich habe dann gezielt nach Osteomyelitis im Internet gesucht und bin auf die Homepage von Britta Fleddermann "Osteomyelitis-hilfe.de" und auf Dr. Winkler und seine Klinik gestoßen. Im Forum habe ich mich dann mit einigen betroffenen ausgetauscht und mich gleich mit Britta in Verbindung gesetzt um die Vorgehensweise für eine Operation in Wien zu erfahren.
Erst hatte ich kaum Hoffnung das Dr. Winkler helfen kann. Doch nach vielen persönlichen Schriftwechseln mit ihm, dem Senden meiner kompletten Untersuchungsergebnisse inkl. Röntgenbildern, MRT, Szintigramm etc. hatte ich wieder Hoffnung dass doch noch alles gut werden kann. Er sah eine Chance und ich habe sie ergriffen.
Ich habe darauf hin ein Antrag auf Kostenübernahme bei meiner KV gestellt weil es ja eine Behandlung im EU-Ausland ist. Diese wurde genehmigt und ich konnte einen Termin zur OP ausmachen. Alles in allem dauerte dieser Prozess ca. 3 1/2 Monate.
Ich war vom 18.6.-14.7.2006 im Herz-Jesu-Krankenhaus in Wien. Die OP musste dauerte gute 7 Stunden und war eher schwierig aber ich hatte einen tollen Arzt und ein genauso tolles Team um ihn herum die mich wirklich klasse versorgt und betreut haben.
Dr. Winkler hat die Fistel, die vom oberen Beckenkamm bis in den Oberschenkel verlief ausgeräumt, die ganze TEP entfernt, ein ausgiebiges lokales Debridement gemacht und eine Rekonstruktion der defekten Beckenateile mittels Antibiotikaimprägnierter Spongiosa durchgeführt. Nach 6 Tagen konnte ich das Erste mal aufstehen und am Rollator laufen. Dann ging alles langsam aber stetig besser.
Alles verheilt gut und die Bewegung ist auch in Ordnung. Ich darf jetzt ca. 3 Monate nur an Krücken gehen und den Fuß nur leicht abrollen. Der Knochen muss verheilen und alles sich etwas festigen.
Innerhalb der nächsten 1-2 Jahre wird der Fremdknochen von meinem Körper umgewandelt in eigenen Knochen. Dann ist mein Becken eines Tages wieder richtig stabil!
Ich bin jetzt seit einer Woche zu Hause und bin natürlich noch schonungsbedürftig. Damit der Knochen aber gut durchblutet wird, muss ich mich auch bewegen...also,nichts wie raus in die Natur. Wenn es nur nicht so heiß wäre ;-)
Das ist der aktuelle Stand am 23. Juli 2006.
Ich bin froh dass ich die OP habe machen lassen. Die Schmerzen die ich jetzt habe sind nichts im Vergleich zu den seelischen Qualen der letzten 3 Jahre!
Ich danke Herrn Dr. Winkler für alles was er für mich getan hat. Durch seine Methode habe ich wieder eine Aussicht auf ein Leben auf beiden Beinen!
Leila Z.